Thursday, 28 January 2010

Erwachsenwerden - ein Versuch

Etwas wagen. Wirklich etwas wagen. Bereit sein, ein Risiko einzugehen, auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren. Mutig sein. Wütend sein. Kein duckmäuserisches Denken mehr. Kein braves Ich-mache-alles-richtig-hast-du-gesehen?
Am Rand stehen, die Arme ausbreiten, und sich trauen, in die Leere zu springen.

Wednesday, 27 January 2010

J’accepte, das wird fortan meine Unterschrift sein, das soll dich aber nicht beunruhigen, beunruhige Dich wegen nichts. Ich will Dir nie was Böses, versteh dieses Wort in allen Lettern recht, es ist mein Name, daß ich akzeptiere, und du wirst zählen können, darauf zählen wie auf die hauptsächlichen Klarheiten, von Dir akzeptier ich alles.
Jacques Derrida Die Postkarte
Siehst du es denn nicht, mein Gott, siehst du es denn nicht, wie ich vergehe, zergehe, zugrundegehe; wie mir alles vergeht, zergeht, zugrundegeht; wie mir an dir alles vergeht, zergeht, zugrundegeht; wie ich an dir vergehe, zergehe, zugrundegehe - der Mund aufgerissen vor/in lauter wütendem Geschrei und du siehst es nicht.

Tuesday, 26 January 2010

Orale Befriedigung - Sacher-Masoch style

Ich stopfe mir ein Stück Orange in den Mund; so groß, dass ich, als ich sie zerbeiße, beinahe an dem herausquillenden Saft ersticke.

Sunday, 24 January 2010

Saturday, 23 January 2010

Der neue heiße Scheiß

oder: mein persönlicher Berlin Soundtrack.

Sunday, 17 January 2010

Spiritual Blackmail

If there really is a God or some sort of higher Being, then I should end up living in Berlin one day.

Monday, 11 January 2010

Quote of the day

Heute früh vor dem Aufstehn war ich nach sehr unruhigem Schlaf so traurig, daß ich mich vor Traurigkeit aus dem Fenster nicht werfen (das wäre für meine Traurigkeit noch zu lebenslustig gewesen), aber ausgießen hätte wollen.
Franz Kafka

Saturday, 9 January 2010

Quote of the day

Was ist so schlecht an deinem Leben, fragte er, seine Stimme war plötzlich traurig, und ich sagte, ich weiß es nicht genau, nichts Bestimmtes, nur daß es mein Leben ist und ich ihm gehöre und so tief drinstecke.
Zeruya Shalev Liebesleben

Monday, 4 January 2010

Warum nicht...?

... das Jahr mit einer Liste der Dinge beginnen, von denen ich die Schnauze gehörig voll habe.
Ich hab die Schnauze voll davon, auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen. Ich habe die Schnauze voll davon, vorsichtig und vernünftig zu sein. Verständnisvoll? Hab ich gehörig die Schnauze voll von. Geduldig und entgegenkommend ebenso. Mega-die-Schnauze-voll hab ich von Familien - meiner im besonderen und allen anderen im allgemeinen. Insbesondere davon, dass von dem Moment an, wo Menschen selber Kinder haben, sie aufhören, sie selbst zu sein und sich fortan die Welt für sie zum Großteil nur mehr um diese Kinder dreht, und dafür erwarten sie dann auch noch Verständnis. Beziehungen? Schnauze voll. Rücksicht nehmen auf die Beziehungen anderer? Geht mir gehörig auf den Senkel. Ganz hoch hoben auch: Fußgänger die auf dem Radweg stehen oder gehen. Kollegial sein. Menschenmassen in der Fußgängerzone. Mein Scheiß-verfluchtes Fahrrad jeden Tag die Kellertreppe rauf und runter schleppen zu müssen. Männer mit aufgeblasenem Ego. Schlechte Friseure.
Wenn alle diese Dinge es bitte vermeiden könnten, 2010 meinen Weg zu kreuzen, wäre ich sehr dankbar.
Herzlichst,
Zornika Zürn

Saturday, 2 January 2010

La Roux

I like it girl, you got that graphic thing going for you.

Friday, 1 January 2010

Ich lese Kafkas Briefe an Felice und muss weinen und lachen zugleich.
Was soll das schon heißen, von wegen: das ist mir aus der Seele gesprochen - und doch muss ich es sagen: da scheint mir jemand aus der Seele geschrieben zu haben.
Denn es ist doch so: Seit Wochen - tatsächlich, soweit sind wir schon gekommen: seit Wochen erdrückt mich die schier unwahrscheinliche Anzahl der Nachrichten, die ich von dir hätte bekommen wollen; sollen; müssen, ja: müssen! - und auf die ich vergeblich warte, mir versagend sie einzufordern. Denn wie rechtfertigen, dass ich Rechenschaft haben will, von jedem Tag, jedem Moment, der dir vergeht ohne mich. Buchhalterisch zu Gericht sitzen wie Kafka möchte ich: Wo ist der Montagsbrief, der Dienstagsbrief, der mittwochs abgeschickte Expressbrief, der Donnerstag immer noch nicht eintraf.
Wie auch davon sprechen, von den unzähligen Nachrichten, die ich dir geschrieben habe in den letzten Wochen - verzweifelte, anklagende, bittende, flehende, drohende, ja, auch das: drohende -, geschrieben und doch nicht abgeschickt, weil ich es nicht wage, weil ich mich nicht so ertrage, weil ich es nicht ertrage: diese Hilflosigkeit, diese Abhängigkeit. Wie nur soll ich dir sagen, dass jeder Tag ohne dir mir sinnlos vorkommt; nun gut, nicht sinnlos vielleicht, das nicht, aber doch - wie weh es mir tut, einen Tag ohne dich zu verbringen, weil ich weiß (oder eigentlich: vermute), wieviel schöner er wäre, zusammen mit dir.
Wie die Angst rechtfertigen, diese Furcht - völlig unbegründet, natürlich, und doch da -, die macht, dass ich mich hilflos und außer Kontrolle fühle; und die meiner vermeintlichen Souveränität und Unabhängigkeit ins Gesicht lacht. Wie sagen, dass er mir unerträglich ist dieser Zustand, obwohl ich um die Situation weiß - natürlich, natürlich! - und doch ändert es nichts daran, rein gar nichts daran, dass es mir unerträglich ist, aufzustehen jeden Tag, seit Wochen, und nicht zu wissen: ob und wann und wie.

Happy new year

You know how many crying, drunk, desperate people I saw tonight?