Das Problem ist natürlich, dass man seinen Körper nur bedingt kontrollieren kann. So wie jetzt gerade etwa: Wie ihm erklären, diesem störrischen, widerspenstigen Ding, dass es wohl gänzlich unmöglich - oder, wenn nicht gänzlich, so doch weitgehend; und wenn nicht unmöglich, so doch unverständlich -, dass es also weitgehend unverständlich ist, jemanden so zu vermissen. Warum also plötzlich denken: Zehn Anrufe am Tag sind, alles in allem betrachtet, vielleicht ja gar nicht so viel (wenn auch womöglich zu viel verlangt); oder, na gut, rein pragmatisch gesehen würde man sich mit, sagen wir, acht Anrufen zufrieden geben.
Das alles täuscht ihn - meinen Körper - natürlich überhaupt nicht. Anrufe sind ihm nicht genug; er verlangt nichts weniger als Anwesenheit. Also schließe ich die Augen, wie damals, als ich ein Kind war und glaubte, es würde ausreichen, mir etwas nur fest genug zu wünschen, um die Dinge so geschehen zu lassen, wie ich es mir vorstellte. Und wie ein Kind sitze ich da; ungläubig, ja fast zornig darüber, dass sich die Welt und sämtliche Raum-Zeit-Gesetze partout nicht meinem Willen beugen wollen; und ich also immer noch alleine hier bin, mit diesem meinem Körper in Aufruhr. Und keine Möglichkeit, ihn zu beruhigen, außer vielleicht diese: ihn vor der Tastatur meines Computers mit Schreiben zu beschäftigen (doch machen wir uns nichts vor: man kann einen Menschen genauso wenig herbeischreiben wie herbeiwünschen).
Das alles kann man zweifelsohne auch einfacher sagen; wobei 'einfach' wohl kaum das treffende Wort ist, denn einfach ist es wahrlich nicht, hier zu sitzen und zu fühlen und zu schreiben: Du fehlst mir.
Soundtrack:
Ella Fitzgerald and Louis Armstrong - Dream a little dream of me
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Ella Fitzgerald and Louis Armstrong - Dream a little dream of me

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